Beugungseffekte, allgemeine Infos:

WARNUNG! Schützen Sie Ihre Augen/Kameras vor dem Sonnenlicht. Sehen Sie nie direkt oder mit optischen Gerätschaften (Kameras, Ferngläser, Teleskopen etc.) ungeschützt in die Sonne. Es besteht Erblindungsgefahr!!

Auslöser: Beugungseffekte werden durch kleinste Partikel wie z.B. winzige Wassertröpfchen, Eiskriställchen, Staub, Pollen oder Rußteilchen in der Atmosphäre ausgelöst. Weitere Auslöser können auch Objekte mit sehr geringen Durchmessern sein wie z.B. Spinnenweben, Glaskratzer oder Samenhaare (Diesteln, Löwenzahn u.a.).

Erscheinungsform:

- Aureole (Hof): Der einfachste und häufigste Beugungseffekt ist wohl die Aureole. Sie zeigt sich als helle weiße, gelegentlich auch bläuliche Scheibe mit rötlichen Rand um den Mond, wenn dieser durch eine dünne Wolkenschicht scheint. Im Idealfall ist sie kreisrund, oft aber auch mehr oder weniger stark deformiert. Ihr Durchmesser ist von der Tröpfchengröße abhängig: Kleinere Tröpfchen bewirken große Aureolen, größere Tröpfchen kleinere. Hierin liegt auch die Erklärung für die häufigen Deformierungen: Sie kommen einfach durch Bereiche mit unterschiedlichen Tröpfchenradius zu Stande.
- Kränze: Gelegentlich wird die Aureole von weiteren unterschiedlich gefärbten Ringen umgeben. In diesem Fall spricht man von Kränzen. Auch Kränze können zusammen mit der Aureole deformiert werden. Zerfällt die auslösende Wolkenschicht in einzelne Wolken, so gehen die Kränze in - Irisierende Wolken über. Das Farbenspiel folgt nun mehr oder weniger der Form der auslösenden Einzelwolken. Zwischen Irisierenden Wolken und Kränzen/Aureolen bestehen es zahllose Übergänge. Die Erscheinung der "Iriswolken" ist oft viel farbenprächtiger als die der Kränze. Hier spielt möglicherweise auch Interferrenz eine Rolle. Irisierende Wolken sind insgesamt häufiger als "ordentliche" Kranzerscheinungen.
- Pollenkränze erscheinen gelegentlich im Frühjahr und Frühsommer, wenn viele Bäume/Gräser o. ähnl. in Blüte stehen. Voraussetzung für die Sichtung von Pollenkränzen sind trockenes warmes Wetter mit möglichst klaren, am besten tiefblauen Himmel. Um sie aufzufinden, muß die Sonne unbedingt knapp, aber komplett verdeckt sein (Beispiel: Straßenlaterne, Schild etc.). Nutzen Sie zum fotografieren einen passenden Graufilter, schützen Sie Ihre Augen!!! Pollenkränze haben meist nur geringe Durchmesser, können aber durchaus mehrfach auftreten, was ihren Durchmesser vergrößert. Im Gegensatz zu den durch Tröpfchen erzeugten Kränzen ändern sie ihre Größen nicht so sehr ab. Auch weisen sie manchmal bestimmte Formen auf, welche typisch für die auslösenden Pflanzen sind. Partielle Kränze und irisierende Wolken durch Pollen sind sehr unwahrscheinlich, es sei denn die auslösenden Gewächse sind unmittelbar neben dem Beobachter. Man kann natürlich durch Schütteln eines blühenden Strauches Pollenkränze auch künstlich auslösen, sofern seine Pollen windflüchtig sind.




Multipler Kranz, regulär
Irisierende Wolke
Pollenkranz